Linux Kommando ls

Linuxport.de beitragsbild - kommando - ls

ls

SYNTAX

ls [OPTION] [VERZEICHNIS]

ERKLÄRUNG

ls steht für list und zeigt den Inhalt eines Verzeichnisses bzw. Ordners an. Wenn ls ohne weitere Parameter oder Optionen verwendet wird, liefert das Kommando eine mehrspaltige , nach Dateinamen sortierte Tabelle. In der alle sichtbaren Dateien, Links und Verzeichnisse im aktuellen Verzeichnis angezeigt werden.

INSTALLATION

Das Programm ls ist im essentiellen Paket bereits installiert.

OPTIONEN

-a oder –all 

Zeigt auch versteckte Dateien oder Verzeichnisse (die mit einem . beginnen) an.

-A oder –almost-all

Zeigt wie -a auch versteckte Dateien oder Verzeichnisse (die mit einem . beginnen) an. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Dateien . und .. (Verweis auf das aktuelle und das übergeordnete Verzeichnis) nicht angezeigt werden.

-b oder
–escape
–block-size=GRÖSSE

Nicht druckbare Zeichen “oktale” ausgeben.
GRÖSSE kann für große Blöcke verwenden werden. So gibt z.B. „–block-size=M“ die Größen in Einheiten von 1,048,576 Bytes aus. Siehe GRÖßE Format unten.

-B oder –ignore-backups

Einträge, die mit ~ enden, werden ignoriert. Bei diesen Dateien handelt es sich meist um eine Sicherungskopie (Backups).

-c

Sortiert nach dem Änderungsdatum.
Mit -lt: Sortieren nach und Anzeige von ctime (Zeit der letzten Veränderung der Datei‐Status‐Informationen).
Mit -l: ctime anzeigen und nach den Namen sortieren.

-C oder
–color[=never | auto | always]

Durch -C werden unterschiedliche Farben für unterschiedliche Dateitypen (Links, Verzeichniss etc.) verwendet bzw. deaktiviert die Farbdarstellung. Mit dircolors kann man selbst die Farben konfigurieren.
never = nie
auto = automatisch
always = immer

-d oder –directory

Der Name des Verzeichnisses wird statt seinem Inhalt ausgegeben.
Diese Option ist z.B. dann sinnvoll, wenn als Pfad ein Verzeichnisname angegeben wird und die Zugriffsrechte dieses Verzeichnisses überprüft werden sollen (und nicht sein Inhalt).

-D oder –dired

Ausgabe für den „dired“‐Modus im Emacs formatieren.

-f

Dateien nicht sortieren, -aU aktivieren und -ls –color abschalten.

-F oder
–classify
–file-type
–format=WORT

Anhängen eines Zeichens (aus */=>@|) zur Typisierung jedes Eintrags.
–file-type: Wie bei -F, aber kein “*” anhängen.
–format=WORT: across -x, commas -m, horizontal -x, long -l, single-column -1, verbose -l, vertical -C

–full-time

Datum und Uhrzeit werden vollständig angezeigt.

-G oder –no-group

Die Ausgabe von Gruppeninformationen wird unterdrückt.

 -h oder –human-readable 

Die Ausgabe von Dateigrößen geschieht in einem besser lesbaren Format (zum Beispiel 1K, 1M, 1G).

-i oder –inode

Zeigt zusätzlich zu den Informationen auch den i-Node der Datei an. Der I-Node ist eine interne Identifikationsnummer der Datei, die zur internen Linux Dateiverwaltung benötigt wird.

-I oder –ignore=MUSTER

Diese Option schließt die angegebenen Dateien von der Anzeige aus. -I*ps verhindert beispielsweise, dass Dateien mit der Endung ps angezeigt werden. Wenn nach dem -I nicht eine einzelne Datei, sondern ein Dateimuster angegeben wird, dann darf zwischen -I und dem Muster kein Leerzeichen eingegeben werden!

-k oder –kibibytes

Benutzt 1024 Byte Blöcke bei der Größenangabe.

-l oder
–format=long
–format=verbose

-l zeigt zusätzlich zum Dateinamen weitere Informationen an:
– Dateigröße
– Zugriffsrechte
– etc.
Zur Anzeige jeder Datei wird eine eigene Zeile verwendet.

-L oder –dereference

Bei symbolischen Verknüpfungen die Eigenschaften der jeweiligen Zieldatei anzeigen.

-m

Zeigt soviele Einträge wie möglich in einer Zeile mit einem Komma getrennt.

-n oder –numeric-uid-gid

Die User- und Gruppen-IDs werden nicht in Namen aufgelöst, sondern als Nummern ausgegeben.

-o

Es wird ein langes Listenformat ohne die Ausgabe der Gruppen-Informationen verwendet.

-p oder –indicator-style=slash

Bei Verzeichnissen wird ein “/” angehängt.

-r oder –reverse

Umgekehrte Reihenfolge beim Sortieren.

-R oder –recursive

Rekursive Ausgabe von Unterverzeichnissen.

-s oder –size

Die Größe jeder Datei in Blöcken ausgeben.

-S oder –sort=size

Die Ausgabe wird nach der Dateigröße sortiert.

-t oder –sort=time

Die Dateien werden nach ihrer Änderungszeit sortiert.

-u oder –sort=access

Die Dateien werden nach ihrer Zugriffszeit sortiert.

-v

Die Dateien werden nach ihrer Version sortiert.

-X

Die Einträge werden nach ihrer Dateierweiterung sortiert.

-1

Ein Eintrag pro Zeile wird ausgegeben.

–help

Für dieses Kommando die Hilfe anzeigen und beenden.

–version

Versionsinformation anzeigen und beenden.

BEISPIEL

1. Beispiel – Interessanteste Kombination

Eine der häufigsten Options-Kombination ist sicherlich ls -la, da so alle Dateien, auch die versteckten, in Langform ausgegeben werden. Dies kann z.B. so aussehen:

Die vorstehende Ausgabe stellt folgende Informationen bereit:

drwxr-xr-x22rootroot4096 Mai 14 14:23 .
DateitypRechteAnzahl HardlinksEigentümerGruppeDateigrößeÄnderungszeitName
Dateityp

Bei der Ausgabe mit der Option -l gibt der erste Buchstabe den Dateityp an. Das d steht für „Directory“ (= Verzeichnis) und zeigt an, dass man es mit einem Ordner zu tun hat. Neben dem d gibt es noch andere Zeichen, die verschiedene Dateitypen kennzeichnen:

TypBezeichnungBeschreibung
dDirectoryVerzeichnis/Ordner
FileDatei (unabhängig davon ob es ein Programm oder z. B. ein Office-Dokument ist)
lLinkVerknüpfung
cCharacter DeviceDies ist eine Gerätedatei, welche unter /dev zu finden ist. Es handelt sich dabei um ein zeichenorientiertes Gerät (z.B. ein Modem)
bBlock DeviceDies ist eine Gerätedatei welche unter /dev zu finden ist. Es handelt sich dabei um ein blockorientiertes Gerät (z.B. Festplatte oder USB-Stick)
sSocketDies ist ein sog. Unix Domain Socket, welches von vielen Programmen für die Interprozesskommunikation verwendet wird.
pPipeDies ist eine Pipe, und alles was ein Programm in diese schreibt, kann von einem anderen Programm ausgelesen werden. Auch die Pipe wird für Interprozesskommunikation verwendet.
Rechte

Die symbolische Darstellung (z.B. rwxr-xr-x) zeigt die Grundrechte (Lesen, Schreiben und Ausführen) für den Eigentümer, der Gruppe und allen anderen.

EigentümerGruppe…alle anderen
rwxr-xr-x
Zeichen 1 bis 3Zeichen 4 bis 6Zeichen 7 bis 9
RechteSymbolischchmod
Lesen, schreiben und ausführen rwx7
Lesen und Schreibenrw-6
Lesen und Ausführenr-x5
Nur lesenr–4
Schreiben und Ausführen-wx3
Nur Schreiben-w-2
Nur Ausführen–x1
Keine Rechte0

Wenn man nun unser Beispiel rwxr-xr-x mit Hilfe der Tabelle entschlüsselt, sind folgende rechte vergeben:

Eigentümer “root”: Lesen, schreiben und ausführen

Gruppe “root”: Lesen und Ausführen

Alle anderen: Lesen und Ausführen

Verknüpfung zu einer Datei oder einem Verzeichnis. Man kann danach auf eine Datei nicht nur über ihren ursprünglichen Namen bzw. Pfad, sondern auch über den Namen des Links zugreifen. Dies ist zum Beispiel nützlich, wenn ein Programm eine bestimmte Programmbibliothek verlangt, die veraltet ist. Man kann nun einfach eine Verknüpfung mit dem Namen der veralteten Bibliothek auf die installierte Version setzten.

Man unterscheidet zwischen Hardlinks und symbolischen (oder Soft-) Links, die zwar in etwa dasselbe bewirken, aber technisch völlig unterschiedlich realisiert sind. Symbolische Links – auch Verknüpfungen genannt – können nicht nur via Kommandozeile (Terminal), sondern mit diversen grafischen Dateimanagern erstellt werden.

2. Beispiel – Standard ls Abfrage

2. Beispiel – ls Abfrage für ein Verzeichnis

Das folgende Beispiel sortiert die Dateien im Ordner /var nach ihrem Änderungszeitpunkt und zeigt alle Einträge in einer ausführlichen Liste an. Ebenfalls werden die jeweiligen Dateigrößen im besser lesbaren Format angezeigt:

3. Beispiel – ls Abfrage in eine Datei ausgeben

Das folgende Beispiel wird die die gleiche Ausgabewerte, wie das 2. Beispiel erzeugen nur in einer TXT Datei ausgeben und nicht im Terminal:

Durch das anhängen von >muster.txt kann man bestimmen, dass die Ausgabe in einer Datei erfolgt. In meinen Beispiel befinde ich mich im Hauptverzeichnis wo dann auch diese abgelegt wird und die Datei nennt sich in meinem Beispiel muster.txt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

19 − dreizehn =